Auch der Bund Naturschutz will die Ortsumfahrung

Pressemitteilung an die Redaktion des Vilshofener Anzeigers vom 30.11.2012
(diese wurde seitens der PNP leider nie veröffentlicht)

Am Montag, den 03.12.2012, wird am Verwaltungsgericht Regensburg die Klage des Bund Naturschutz verhandelt. BN Kreisvorsitzender Karl Haberzettl und die BN Ortsvorsitzende von Vilshofen, Helgard Gillitzer, stellen deshalb noch einmal klar: "Wir, der Bund Naturschutz, sind noch nie gegen eine Ortsumfahrung Vilshofen gewesen und wir sind schon von jeher für den endlich verwirklichten Allinger Kreisel eingetreten. Diese Baumaßnahme war und ist völlig unabhängig von der Ortsumgehung notwendig und wurde deshalb vom Bund Naturschutz zu keiner Zeit in Frage gestellt. Im Gegenteil, der BN sah darin schon immer die einzige Lösung, den Verkehr flüssiger zu halten.

Der Bund Naturschutz wendet sich ausschließlich gegen die planfestgestellte Trasse, weil diese nicht die erhoffte Entlastung für Vilshofen bringen, sondern stattdessen zu einer maximalen Naturzerstörung führen wird. "Man muss die Umgehung für Vilshofen in seiner Gesamtheit sehen und nicht nur das Stückchen, das jetzt gebaut werden soll, weil im nächsten Jahr Wahlen anstehen und sich in einem Wahljahr ein Spatenstich auf Kosten des Steuerzahlers immer gut macht", sagt der Kreisvorsitzende Karl Haberzettl.

Die Ortsvorsitzende Helgard Gillitzer stellt klar, warum aus Sicht des BN die planfestgestellte Trasse nicht die richtige Antwort auf das Verkehrsproblem ist:

"Die planfestgestellte Trasse ist falsch konzipiert. Sie ist zur Ableitung des Durchgangsverkehrs ungeeignet. Weil sie viel zu spät, nämlich erst mitten in dem hoch belasteten Gewerbegebiet, beginnen soll, wird sie den Verkehr sogar in die Stadt hineinziehen und ihn größtenteils veranlassen, weiter auf dem kürzesten Weg durch die Innenstadt zu fahren. Außerdem sind die Linienführung und Steigungsverhältnisse der Plantrasse außerordentlich ungünstig und sie wird deshalb vom ortskundigen Teil der Verkehrsteilnehmer nicht angenommen werden. Entsprechend gering wird die Entlastungswirkung ausfallen."

Die Umgehungsstraße kann ihrer Funktion nur gerecht werden, wenn der Durchgangsverkehr bereits vor dem Gewerbegebiet abgeleitet wird, so wie das auch im Ausbauplan für Staatsstraßen bis vor kurzem vorgesehen war.

"Warum diese Tatsache aus dem Ausbauplan für Staatsstraßen heute nicht mehr gelten soll, konnte uns bis heute keiner der verantwortlichen Verkehrsplaner sagen", so Karl Haberzettl.

Die ursprünglich vorgesehene Variante X mit einem ca. 800 Meter langen Tunnel durch den Galgenberg ist aus mehreren Gründen zu favorisieren:

  • Die ursprünglich geplante Variante X leitet den Durchgangsverkehr bereits vor dem Gewerbegebiet ab und entlastet deshalb die Innenstadt, vor allem die am höchsten belastete Aidenbacher Straße, selbst nach den vom Vorhabensträger vorgelegten Zahlen erheblich mehr als die Planvariante. Davon abgesehen wird auch der weit überwiegende Teil des Ziel-/ Quellverkehrs in die Gewerbegebiete mit der langen Variante sogar deutlich besser bedient als mit der Plantrasse, und zwar nicht nur der Verkehr mit Ziel Kaufland, sondern auch der Verkehr mit Ziel Segl, Mair, Baustoffe-Huber und Wolferstetterbräu, letzterer über einen Kreisverkehr bei der PA 18 nach Jaging.
  • Sie passt sich, gemäß den Vorgaben des Landschaftsplans der Stadt, dem Geländeverlauf an und kommt so mit Steigungen von 1,4 bis maximal 2,4% aus, im Gegensatz zu 6,8% bzw. 6,0% bei der Plantrasse.
  • Die Eingriffe in Landschaftsbild und Natur sind vergleichsweise gering. Wolfachtal und Galgenberg bleiben weitgehend intakt.
  • Sie verlagert die Lärmbelastung und das Feinstaubproblem nicht auf andere Bürger Vilshofens, d. h. die Entlastung der Menschen in der Aidenbacher Straße geht nicht zu Lasten der Menschen am Hammerberg und der gesamten übrigen Wohnbebauung links der Wolfach von der Ortenburger Straße bis hin zum Krankenhaus.
  • Sie hat sogar einen geringeren Flächenverbrauch (9 ha), wenn man zur kürzeren Planvariante die in einigen Jahren doch noch benötigte Verlängerung in Richtung Aunkirchen miteinrechnet (13 ha).

Das einzige Argument für die Plantrasse ist der Kostenfaktor. Während aber die Kosten für die Plantrasse schöngerechnet wurden, wurden diese für die vom BN favorisierte Variante mit Tunnellösung nie seriös berechnet, sondern nach der Formel "Länger ist gleich teurer" abgehandelt. Es gibt keinerlei konkrete Kostenberechnungen, keinerlei einzeln ausgewiesene Rechnungsposten, geschweige denn Aussagen über die bei der Variante X im Vergleich zur Plantrasse entfallenden Kosten für mehrere Talbrücken, Dammschüttungen etc.

Der Bund Naturschutz verwahrt sich noch einmal, wie schon zu Beginn der gesamten Auseinandersetzungen, gegen die falschen Beschuldigungen, es ginge ihm nur um den Schutz von Tieren und Natur. Es geht um eine nachhaltig sinnvolle, für alle Bürger Vilshofens entlastende und für die Natur schonendste Trassenführung.

Erfasste Tierarten am Galgenberg

Während der Artenschutzrechtlichen Prüfung zur Ortsumgehung erfasste Tierarten am Vilshofener Galgenberg.

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