Fledermäuse und Haselmäuse nicht wichtiger als die Menschen

Pressemitteilung vom 09.10.2015 an die Redaktion des Vilshofener Anzeigers zum Urteil vom 07.10.2015 des VGH München in Sachen "Ortsumfahrung Vilshofen"

Im Vilshofener Anzeiger veröffentlicht am 14.10.2015

Da wieder einmal die wildesten Anschuldigungen gegen den BN kursieren, möchte ich mich mit diesem Leserbrief ein letztes Mal dazu äußern:

 1. Der BN hat nicht verzögert, sondern die Planungs­behörde, weil diese die für die Trassen­abwägung notwendige, ausreichende naturschutzfachliche Sachstands­ermittlung unterlassen hat. Aus diesem Grund wurden dem Vorhabens­träger nun die gesamten Kosten des ersten Rechts­streits beim Verwaltungs­gericht Regensburg auferlegt.

 2. Dem BN sind nicht die Fledermäuse und Haselmäuse wichtiger als die Menschen, sondern der BN vertritt satzungsgemäß die Belange der Natur und hat nur Klage­recht, wenn die heimische Flora und Fauna bedroht ist. Die Gesetze zwingen uns, konkrete Arten ins Feld zu führen, da absurderweise die Zerstörung eines schützens­werten "Lebens­raums mit besonderer Qualität", wie der bewaldete Galgenberg als Ganzes oder der Lindahof-Dobel, keinen Klage­grund darstellt. Im Hinblick auf Lärm- und Emissions­belastung hat der BN sowieso keine Klage­befugnis. Deshalb konnten wir die nachweislich knapp unter der zulässigen Höchst­grenze befindlichen Lärm- und Emissions­werte, die für das Kranken­haus berechnet wurden, auch nicht vorbringen.

 3. Eine Verschwendung von Steuergeldern ist es, wenn man eine Straße durch ein "Kleinod" an Artenvielfalt plant, obwohl -wie auch die Untere Natur­schutz­behörde festgestellt hat -"naturschutz­fachlich weit günstigere Alternativen bestehen" und obwohl von vorneherein klar ist, dass die Einhaltung der bestehenden Naturschutz­gesetze die Kosten in ungeahnte Höhe treiben würde. Der BN hat nur eingefordert, dass diese Gesetze eingehalten werden. Nun wird die Trasse durch Nach­besserungen, die von Anfang an hätten eingeplant werden müssen, viel teurer als ursprünglich. Das in der Planfeststellung festgeschriebene "Monitoring" kann außerdem noch zu weiteren -sicher nicht billigen- Schutz­maßnahmen führen. Zudem muss die Planungs­behörde gewährleisten, die steilen Böschungen am Galgenberg dauerhaft vegetationsfrei zu halten, um die Ansiedlung von Insekten und damit das Einfliegen von Fledermäusen zu vermeiden. (Dieser Vorschlag kommt von der Straßenbaubehörde und ist aus unserer Sicht ein unmögliches Unterfangen.)
Wer ist also für die tatsächlichen Kosten verantwortlich?

 4. Die Alternativtrasse, die eine viel geringere Naturzerstörung und eine größere Entlastungs­wirkung für die Aidenbacher Straße zur Folge gehabt hätte, wurde von Anfang an unseriös hoch gerechnet, um die Plantrasse als "alternativlos" bezeichnen zu können. Die Alternativ­losigkeit ist nämlich Voraussetzung dafür, eine Ausnahme­genehmigung (erteilt von der Regierung von Niederbayern) zur eventuellen Tötung von geschützten Arten zu erlangen. Die gesetzlichen Ausnahme­genehmigungen können auch nur dann erteilt werden, wenn alles unternommen wird, das Tötungsrisiko zu minimieren. Deshalb müssen jetzt, zumindest diese, vom BN gerichtlich einge­forderten Maßnahmen ergriffen werden. Der BN hat in diesem Punkt absolut Recht bekommen. Verloren haben wir in unserer Forderung, dass die Alternativtrasse gebaut werden muss, weil die Ausnahme­genehmigungen unrechtmäßig sind.

 Und noch etwas: Nicht nur die geschützte Tier- und Planzenwelt und die Anwohner am Hammerberg und an der Wolfach, einschließlich der Patienten des Kranken­hauses hätten von der Alternativ­trasse profitiert, sondern den Vilshofenern wäre auch die gravierende Veränderung des Landschaftsbildes -auf bayerisch "Naturverschandelung"- erspart geblieben.

Nun bekommen wir eine verteuerte Trasse mit maximaler Naturzerstörung bei minimaler Entlastung!

Helgard Gillitzer, Bund Naturschutz- Ortsvorsitzende

Erfasste Tierarten am Galgenberg

Während der Artenschutzrechtlichen Prüfung zur Ortsumgehung erfasste Tierarten am Vilshofener Galgenberg.

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